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    <ArticleType>Buchbesprechung</ArticleType>
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      <Title language="de">Buchbesprechung: Erinnerungen eines Medizinbibliothekars aus der DDR</Title>
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        <Address>Deutsche Zentralbibliothek f&#252;r Medizin, Gleuelerstr. 60, 50931 K&#246;ln, Deutschland, Tel.: &#43;49 221 478 5600<Affiliation>Deutsche Zentralbibliothek f&#252;r Medizin, K&#246;ln, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>ulrich.korwitz&#64;zbmed.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    <DatePublished>20100512</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>10</Volume>
        <Issue>1</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Hamburg 2009: "Medizinbibliotheken: Leuchtt&#252;rme im Meer elektronischer Informationen"</IssueTitle>
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    <ArticleNo>04</ArticleNo>
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    <TextBlock linked="yes" name="Bibliographische Angaben">
      <MainHeadline>Bibliographische Angaben</MainHeadline><Pgraph>Volker Johst:<LineBreak></LineBreak>Vier Jahrzehnte &#8211; Nachdenken &#252;ber mein Leben in der DDR<LineBreak></LineBreak>Machtwortverlag Dessau, 2009, 419 Seiten, ISBN 978-3-86761-052-0, 14,95 &#8364;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Rezension">
      <MainHeadline>Rezension</MainHeadline><Pgraph>Neun Jahre nach seinem Abschied von der Leitung der Charit&#233;-Bibliothek in Berlin bringt unser lieber Kollege Volker Johst das von ihm angek&#252;ndigte Werk in Form einer Biographie heraus.</Pgraph><Pgraph>Es ist ein sehr lesenswertes Buch, das sein Schicksal vom Beginn des 2. Weltkrieges bis zum Jahr 2000 schildert. Ein bemerkenswertes Schicksal, das vollkommen von der politischen Entwicklung der DDR gepr&#228;gt wurde. Paradigmatisch wird aufgezeigt, wie der Staat in das pers&#246;nliche Schicksal seiner B&#252;rger eingriff, wie von Schul- und Jugendzeiten an Kontrolle durch Lehrer, Vorgesetzte, Beh&#246;rden und sogar Nachbarn ausge&#252;bt wurde. Es wird aber auch aufgezeigt, dass man sich nicht anpassen musste oder gar linientreu politisch agieren musste. Es gab M&#246;glichkeiten, eine kritische Distanz zu wahren. Wenn dies auch fall- und zeitweise mit deutlichen pers&#246;nlichen Nachteilen verbunden war.</Pgraph><Pgraph>Volker Johst hatte mit Gl&#252;ck ein Studium der Biologie und der Bibliothekswissenschaft aufnehmen und zum Abschluss f&#252;hren k&#246;nnen, dabei hatten sich seine Pr&#228;ferenzen f&#252;r die Verhaltensbiologie entwickelt. Dies war ein Forschungsgebiet, das in der DDR keine Unterst&#252;tzung fand, da der Staat keinen Nutzen aus den Erkenntnissen ziehen konnte, ja fachliche Forschungsergebnisse eher f&#252;rchten musste, da sie nicht im Einklang mit der ideologischen und damit politischen Linie standen.</Pgraph><Pgraph>Aus politischen Gr&#252;nden &#8211; Herr Johst hatte sich stets geweigert, in die SED einzutreten und unkritisch den Oberen und Vorgesetzten nach dem Mund zu reden &#8211; konnte er sich nicht habilitieren und damit eine Lehrt&#228;tigkeit aufnehmen. Stattdessen nahm er eine Ausbildung zum wissenschaftlichen Bibliothekar auf und wurde 1972 Mitarbeiter des IWIM (Institut f&#252;r Wissenschaftsinformation in der Medizin), der Zentralen Informationsvermittlungsstelle f&#252;r die Medizin und das Gesundheitswesen der DDR. Hier f&#252;hrte er neun Jahre Recherchen in Medline durch, wobei das DIMDI als Host nicht genutzt werden durfte; die Recherchen fanden im Computersystem des Medical Information Center (MIC) in Stockholm statt.</Pgraph><Pgraph>Der Autor nimmt bei der Erl&#228;uterung der Geschehnisse in der DDR immer wieder Bezug auf Erkenntnisse der Verhaltensbiologie. Sie erkl&#228;rt z.B. mit der Theorie der Gruppenverteidigungsagressivit&#228;t, warum Sch&#252;ler solidarisch zusammenhalten und sich gegen&#252;ber Einfl&#252;ssen von au&#223;en, in diesem Fall der aufoktroyierten politischen Ablehnung des Ungarnaufstands 1956, wehren. </Pgraph><Pgraph>Man merkt auf allen Seiten, dass es das Herzensanliegen von Herrn Johst war, seine Lebensgeschichte zu erz&#228;hlen als die des B&#252;rgers eines Staates, in dem er zwar physisch zu Hause war, aber geistig-seelisch nicht zuhause sein konnte. Wie hat er es als Erleichterung empfunden, als dieses Staatsgebilde 1989 zusammenbrach und der Weg in den Westen frei wurde. Herr Johst wurde bald zum Leiter der Charit&#233;-Bibliothek und baute diese zu einer f&#252;hrenden Medizinbibliothek in Berlin aus.</Pgraph><Pgraph>Die Biographie von Volker Johst kann allen Lesern nur sehr zur Lekt&#252;re empfohlen werden. Sie tr&#228;gt dazu bei, das Verst&#228;ndnis f&#252;r seine pers&#246;nliche Schicksalsgeschichte zu entwickeln und auch die geschichtliche Entwicklung eines wichtigen Teils des Gesamtstaates Deutschland nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.</Pgraph></TextBlock>
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